Große Koalition für die Sekundarschule, RP 11.10.2017

Quelle: BP

Symbol-Akt: Alle Ratspolitiker demonstrierten mit T-Shirts Teamgeist. Nun will man mit Eltern ins Gespräch kommen.

 

Wenn’s um die Sekundarschule geht, kennt der Rat keine Fraktionen mehr. Die politische Farbenlehre scheint aufgehoben. „Wir für die Seka“ stand in großen Lettern auf den weißen T-Shirts, die sich gestern jeder Mandatsträger vor Beginn der Sitzung überstreifte, um auch rein äußerlich Teamgeist zu demonstrieren. Das Signal: Die Einheitsfront für den Erhalt der eigenständigen Schule steht. Politisch zumindest. Auch Schulleiter Tilman Latzel, Lehrer seines Kollegiums und Elternvertreter zogen das Trikot über. Klar. Die Freude darüber, dass die neue Landesregierung Alpens Schulpolitik eine zweite Chance einräumt und fürs Anmeldeverfahren die Messlatte zum Überleben mit zwei Klassen à 20 Schüler deutlich abgesenkt hat (RP berichtete), war groß. Das bekräftigten die Sprecher anschließend auch mit Worten. Dabei vergaßen sie nicht zu erwähnen, dass es nach der guten Nachricht aus Düsseldorf jetzt darauf ankommen wird, wie die Eltern in Alpen entscheiden.

Ein „sehr glücklicher“ Bürgermeister Thomas Ahls sprach von einem „wichtigen Schritt, die Eigenständigkeit der Schule zu erhalten“. Er dankte den Eltern, die sich „einmütig für den Erhalt der Schule“ ausgesprochen hätten: „Das ist eine klare, extrem wichtige Aussage über die Qualität der Schule und ihr erhebliches Potenzial.“ Dennoch, so der Ahls weiter, stehe die weit anspruchsvollere Aufgabe noch bevor. Man müsse bei der Schulwahl, die stark von Gefühlen begleitet ist, den Eltern durch gute Argumente „Entscheidungshilfen“ geben, um damit mögliche Zweifel durch das gute Gefühl abzulösen, ihr Kinder der örtlichen Schule anzuvertrauen. Die kann am Ende des Schuljahres, erstmals von Abschlusszeugnissen gestützt, auch sich selbst ein aussagekräftiges Zeugnis ausstellen.

Für CDU-Fraktionschef Günter Helbig war gestern „ein Tag der Freude“. Für die Schule, „die einfach zu Alpen gehört“, aber auch für seine Partei. Die CDU vor Ort war’s , die die „kleine Sekundarschule“ ins schwarz-gelbe Koalitionspapier hineingeschrieben hat: „Manchmal funktioniert Politik auch von unten nach oben.“ Aber letztlich, so Helbig, entschieden die Eltern: „Man kann niemanden zwingen.“

Auch SPD-Chef Jörg Banemann stimmte in das Lied der Freude ein: „Aber jetzt fängt die Arbeit erst an.“ Er ist zuversichtlich: „Es kann klappen, wenn wir in Vereinen und im Freundeskreis für die Schule werben.“ Auch die Grünen mochten die Harmonie. „Wir ist das wichtigeste Wort“, deutete Peter Nienhaus auf den Schriftzug, der sich über seinen Bauch spannte. „Wir haben eine Chance, die sollten wir nutzen:“

Nur Thomas Hommen (FDP) zierte sich trotz seines weißen Trikots, widerstandslos in die Allparteien- Koalition einzutreten. Einzig die FDP habe sich von Anfang an gewehrt, die Sekundarschule „an Rheinberg zu verkaufen“. Da rief der Bürgermeister zum Teamgeist zurück: „Liebe Leute, zum Etappensieg hat jeder seinen Beitrag geleistet.“ Auch den Rest des guten Weges sollte man gemeinsam gehen. Die „Wir“-Koalition klopfte Beifall.

eingestellt von Thomas Hommen

 

 

 

 

 

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