Hoffnung für die Sekundarschule, NRZ 22.09.2017

Staatssekretär Mathias Richter hat die Schule in Alpen besucht und viel Potenzial gesehen. Er verspricht eine rasche Entscheidung in Sachen Zukunft

Die politischen Mühlen mahlen bekanntlich langsam. Das mussten gestern auch die Befürworter für den Erhalt der Sekundarschule Alpen hinnehmen. Denn die Zweizügigkeit von Sekundarschulen soll durch die neue Landesregierung zwar grundsätzlich gerade in ländlichen Bereichen möglich sein, aber bis das gesetzlich in trockenen Tüchern ist, kann „das schon ein Jahr dauern“, sagte Mathias Richter, Staatssekretär im NRW-Schulministerium bei seinem gestrigen Besuch der Sekundarschule – Zeit, die der Sekundarschule nicht bleibt, wie Schulleiter Tilman Latzel betonte.

Auf Einladung der Alpener FDP war Richter gekommen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Bürgermeister Thomas Ahls und insbesondere Latzel versuchten Richter davon zu überzeugen, wie wichtig der Standort beziehungsweise der Erhalt der Sekundarschule sei.

„Wir brauchen ein positives Signal vom Ministerium, dass es mit der Schule hier weiter geht“, sagte Latzel. „Eltern melden ihre Kinder nicht an einer Schule an, deren Zukunft ungewiss ist.“ Und genau da beiße sich die Katze ja in den Schwanz. Die drohende Schließung der Sekundarschule und Zusammenlegung mit der Rheinberger Europaschule ist den geringen Anmeldezahlen geschuldet. Die Unsicherheit der Eltern, wie es nun weitergehe, sei daher nicht förderlich.

Richter zeigte sich beeindruckt davon, dass sich Lokalpolitiker aller Parteien in Sachen Erhalt der Sekundarschule einig sind. „Das sind gute Voraussetzungen, denn man braucht eine breite Akzeptanz in der Gemeinde“, sagt Richter. „Ich habe schon viele Schulen gesehen und ich muss sagen, dass man hier in Alpen merkt, dass viel in diese Schule investiert wurde und wird.“

Dennoch hielt sich der Staatssekretär mit Versprechungen zurück. „Dass heute und hier eine Entscheidung fällt, wird wohl auch keiner erwartet haben“, hoffte Richter. Doch zwischen den Zeilen ließ er durchblicken, dass die Chancen für den Erhalt der Sekundarschule nicht schlecht stehen. „Wir schauen das nochmal mit großem Wohlwollen an“, so Richter. „Ich sehe eine positive Prognose und mir ist auch klar, dass wir nicht bis Weihnachten Zeit haben.“

Hoffnung auf „grünes Licht“

Sowohl Latzel als Schulleiter, als auch Ahls als Bürgermeister zeigten sich nach den Gesprächen mit Richter zuversichtlich. „Bei der Ratssitzung am 10. Oktober werden wir nun eine Kenntnisvorlage präsentieren“, so Ahls. „Beschließen werden wir dann aber noch nichts“ – wohl in der Hoffnung, dass aus dem Schulministerium relativ zeitnah grünes Licht für die Sekundarschule kommt.

eingestellt von Thomas Hommen

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