„Der Abgesang ist eingeläutet“, WAZ 15.02.2017

Foto: Gerd Hermann

Der Tiefstand bei den Anmeldungen für die Sekundarschule ist ein Tiefschlag für die Schulpolitik im Rathaus. Für die CDU aber bleibt die noch junge Schulform „für den ländlichen Raum weiterhin alternativlos“. Dennoch will sie sich der „Realität“ stellen, dass „Eltern mit den Füßen abstimmen“, wie Partei-Chef Sascha van Beek erklärte. Seine Kritik zielt auf Schulministerin Sylvia Löhrmann. Die hatte durch einen Ministerial-Beamten in einem zweiseitigen Brief bereits Ende Januar mitteilen lassen, dass das Schulgesetz in NRW keine Wahl lasse: „Sekundarschulen müssen mindestens drei Parallelklassen pro Jahrgang haben. Diese Voraussetzung bezieht sich auf die Eingangsklassen, also den fünften Jahrgang.“

Der Tiefstand bei den Anmeldungen für die Sekundarschule ist ein Tiefschlag für die Schulpolitik im Rathaus. Für die CDU aber bleibt die noch junge Schulform „für den ländlichen Raum weiterhin alternativlos“. Dennoch will sie sich der „Realität“ stellen, dass „Eltern mit den Füßen abstimmen“, wie Partei-Chef Sascha van Beek erklärte. Seine Kritik zielt auf Schulministerin Sylvia Löhrmann. Die hatte durch einen Ministerial-Beamten in einem zweiseitigen Brief bereits Ende Januar mitteilen lassen, dass das Schulgesetz in NRW keine Wahl lasse: „Sekundarschulen müssen mindestens drei Parallelklassen pro Jahrgang haben. Diese Voraussetzung bezieht sich auf die Eingangsklassen, also den fünften Jahrgang.“

Das ist eindeutig. Da liegt die Alpener Sekundarschule mit nur 41 Anmeldungen deutlich darunter, zum zweiten Mal in Folge. Im vorigen Jahr hatte sie bereits die Messlatte von mindestens 60 Eingangsschülern gerissen. 20 Schüler pro Klasse seien bereits eine „moderate Mindestgröße“, heißt es aus dem Ministerium.

Das Schulministerium begrüßt es in seinem Brief ausdrücklich, dass der Rat zur dauerhaften Sicherung des Schulstandortes die Kooperation mit der Europaschule in Rheinberg ins Auge gefasst habe. „Eine interkommunale Zusammenarbeit bietet viele Chancen für eine nachhaltige Schulentwicklung“, heißt es in dem Schreiben aus Düsseldorf. In diesem Zusammenhang lobt der Ministeriumssprecher, dass es inzwischen gelungen sei, die Zusammenarbeit der Sekundarschule mit der örtlichen Wirtschaft „zu intensivieren“. Das könne „ein guter Weg sein, um den Schulstandort Alpen zu stärken“.

Die Argumentation gefällt dem CDU-Vorsitzenden Sascha van Beek nicht – ganz abgesehen davon, dass Ministerin Löhrmann, anders als im Herbst signalisiert, nicht bereit scheint, „vor Ort über die Dreizügigkeit in Klasse 5 kritisch zu diskutieren“. Für van Beek bleibt die mit dem „Dorfleben eng vernetzte Sekundarschule“ die beste Schulform für eine ländliche Kommune wie Alpen. Er teilt die Auffassung von Schulleiter Tilman Latzel, dass es Sinn ergibt, den engen Blick von den Anmeldezahlen auf die Jahrgangsstufe 7 auszudehnen, um den Bestand der Schule festzuschreiben. Erst dann sei eine Dreizügigkeit „für die Differenzierung nach Leistungsstärken notwendig“, so van Beek. Da sei die Sekundarschule „durch die Rückläufer“ über alle Jahrgänge hinweg ausreichend bestückt, um „eigenständig, wirtschaftlich und differenziert“ zu arbeiten. Für die CDU sei es daher „unverständlich“, weshalb die Eigenständigkeit der Schule jetzt gefährdet ist. Er bedauert, dass für das Schulgesetz „die Qualität und gute Arbeit nicht zu zählen scheint“. Der CDU-Politiker fordert eine Nachbesserung des Gesetzes und bittet Sylvia Löhrmann, Alpen „nicht im Stich zu lassen und sich vor Ort der Diskussion zu stellen“.

Die FDP im Rat sieht sich unterdessen bestätigt. Die Liberalen hatten als einzige Fraktion gegen die Kooperation mit Rheinberg gestimmt und den Zusammenschluss mit der Gesamtschule Xanten/Sonsbeck favorisiert. „Eltern und Kinder sind durch die Kooperation mit der Europaschule enorm verunsichert worden“, sagte Fraktionschef Thomas Hommen. Sie hätten sich „bewusst sowohl für eine andere Schulform als auch für einen anderen Ort entschieden“.

Hommen fordert die Landesregierung aber auch die anderen Fraktionen im Rat auf, sich ihr „Scheitern in der Schulpolitik einzugestehen“. Mit dem Zugehen auf Rheinberg, so der FDP-Politiker, habe der Rat „unnötig den Abgesang auf unsere Schule eingeläutet“. Die Zahlen würden eine deutliche Sprache sprechen.

 

eingestellt von Thomas Hommen

 

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