FDP: Sinkende Anmeldezahlen sind nachvollziehbar, NRZ 12.02.2021

Container der Sekundarschule Alpen

Sekundarschule: Die Liberalen geizen nicht mit Kritik, besonders wegen der langwierigen Sanierung

Die Liberalen blicken auf die Bildung und haben ein Defizit ausgemacht. Nachdem NRW-Staatssekretär Matthias Richter (FDP) der Sekundarschule bei seinem Besuch im Herbst 2017 in Form eines Duldungsverfahrens den Fortbestand vorerst gesichert hatte, stiegen erfreulicherweise zunächst die Anmeldezahlen. Hatten sich für das Schuljahr 2018/19 erst 63 Schüler für die Sekundarschule entschieden, waren es in den darauffolgenden Jahren dann 56; zuletzt nur noch 48 für 20/21. Aktuell liegen 42 Anmeldungen für das kommende Schuljahr vor. Auch wenn die Zahlen noch nicht endgültig sind, ist für die Alpener Liberalen ein klarer Abwärtstrend zu erkennen.

Für die FDP ist der Grund klar: „Mit der Bekanntgabe der energetischen Sanierung der Schule haben sich aus nachvollziehbaren Gründen immer weniger Eltern dafür entschieden ihre Kinder an der Sekundarschule anzumelden. Langjährige und lautstarke Baumaßnahmen und die Aussicht auf zweijährige Containerbeschulung, haben sicher nicht zur Attraktivität der Einrichtung beigetragen“, so FDP-Chef Thomas Hommen.

Monika Knüppel, die Co-Sprecherin für Jugend, Schule, Sport und Kultur der Alpener FDP-Fraktion, äußert sich ebenfalls. Als Mutter von vier Kindern und damit in diesem Zeiten viel eingebunden im Distanzlernen, werde sie deutlich: „Den Aussagen der Verwaltungsmitarbeiter ist zu entnehmen, wie unbekümmert und lässig man über schwere Einschnitte im Schulalltag unserer Kinder hinweg geht. Der Sachverhalt, dass Schüler für mindestens zwei Jahre lang aus ihren Klassenzimmern in Container verbannt werden, wird von Herrn Enge noch mit einem Witzchen garniert. Unbekümmerter kann man sich kaum geben. Das Beschulen in Containern stellt einen schweren Einschnitt in den Schulalltag der Kinder dar. Das ist eine große Belastung – hinzukommend über zwei Jahre hinweg.“

Fraktionschef Thomas Hommen findet, dass bei dem von der Verwaltung präsentierten Zahlenwerk dringender Bedarf zur Korrektur herrscht: „In der letzten Sitzung der Baukommission war noch von einem Gesamt-Investitionsvolumen von 16,45 Mio. € (14,50 Mio. € für die Gebäudeteile, 1,50 Mio. € für nicht förderfähige Zusatzmaßnahmen und 450.000 € für Maßnahmen an der Turnhalle) statt wie berichtet 15 Mio. € die Rede. Der Förderbescheid vom Land beläuft sich im Übrigen auf 11,64 und nicht über 12 Mio. €. Somit beläuft sich der Eigenanteil auf 4,81 Mio. €.“Nicht nur in Zeiten chronisch klammer Haushaltskassen ein erheblicher Unterschied, findet Hommen. Änderungswünsche, Preissteigerungen und Nachträge lässt die FDP zudem prognostizieren, dass sich die Sanierungskosten, trotz eingebauter Puffer, am Ende auf mindestens 20 Mio. € belaufen werden.

Kritik übt auch Fraktionsvize Michael Weis in der ihm zu eigenen Deutlichkeit: „Deutschland hat die höchsten Strompreise auf der ganzen Welt, an den Tankstellen schlägt sich für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes die CO2-Bepreisung nieder, und hier wird mit guter Laune ein leerstehendes Gebäude mit steuerfinanziertem Strom beheizt.“ Weis weiter: „Wer dabei etwas von Ökostrom murmelt und davon, dass man mit Strom heizen müsse, um mehr Energie zu sparen, der hat bei der einen oder anderen Vorlesung an der Universität geschlafen. Das Projekt der energetischen Sanierung ist eine Verschwendung von Steuergeldern auf dem Rücken unserer Kinder. Die Einsparungen durch die Sanierung halten sich im Übrigen in deutlichen Grenzen.

In einem fragwürdigen Licht

„Dass bei der energetischen Sanierung der Schule – trotz Bedarfs – das Dach wegen der darauf befestigten Photovoltaikanlage nicht saniert und die Toilettenanlage nur in der Turnhalle, aber nicht im Hauptgebäude erneuert wird, lässt die Sinnhaftigkeit der Baumaßnahme insgesamt in einem fragwürdigen Licht erscheinen“, stellt Hommen abschließend fest.

eingestellt von Thomas Hommen

 

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