FDP will sich Investorenwettstreit sparen, RP 16.07.2019

Für die Liberalen steht fest, dass die Mehrheit das alte Gerätehaus abreißen will. Ehrlich sei es, an einen Investor zu verkaufen. Das Interesse sei da.

Für die FDP sind Bekundungen, mit den Planspielen für die Zukunft auf dem Willy-Brandt-Platz „ergebnisoffen“ umzugehen, Makulatur. Für Fraktionschef Thomas Hommen und seinen Vize Michael Weis steht zweifelsfrei fest, dass Bürgermeister Thomas Ahls und die CDU-Mehrheitsfraktion längst entschlossen sind, das inzwischen leer stehende Feuerwehrgerätehaus abzureißen und für die Bebauung des Filetstücks im Ortskern einen Investorenwettstreit auszuloben. Den Willen dazu hatte CDU-Fraktionchef Günter Helbig in der letzten Ratssitzung vor der politischen Sommerpause mit demonstrativer Klarheit unterstrichen. Daraus ziehen die Liberalen den Schluss, dass der Rat sich „ehrlicherweise auch den Investorenwettbewerb sparen“ könne, zumal schon ein knappes Dutzend Interessenten im Rathaus vorstellig geworden sei.

Ohnehin, so Hommen, gehe die Rechnung im Rathaus nicht auf, dass mit der Vermarktung der Immobilie eine Million Euro in die Kasse von Kämmerin Andrea Wessels fließe. Das erst 30 Jahre alte Gebäude stehe noch mit einem Wert von 360.000 Euro in den Büchern. Der Betrag müsse vom kalkulierten Erlös abgezogen werden. Zudem sei es riskant, schon jetzt Flächen zu kaufen, um die Erschließung des Grundstücks von der Lindenallee aus zu sichern. Bekanntlicn soll Ziel des Investoren-Wettbewerbs sein, das Gerätehaus durch eine Kombination aus Einzelhandel (Discounter und Drogeriemarkt) und Wohnen (mit sozialer Komponente) zu ersetzen.

Die FDP-Akteure bekräftigten ihre Sicht, dass das neue Gerätehaus angesichts des Schuldenbergs von 16,5 Millionen Euro zwar chic, aber mit sieben Millionen Euro deutlich zu teuer ausgefallen sei. Andere Kommunen würden zeigen, dass es mit einem reinen Zweckbau erheblich günstiger gegangen wäre. Michael Weis sieht finanzielle Spielräume für Unwägbarkeiten extrem eng werden. Und der Jungliberale Moritz Vochtel kritisiert, dass die Jugend die Lasten zu tragen habe, die der Rat ihr heute an Schulden aufbürde. Er vermisse den Aufschrei der Jungen Union, so Vochtel.

eingestellt von Thomas Hommen

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