Rat macht Weg für nächsten Verfahrensschritt frei, RP 07.05.2020

Die Gemeinde muss Konzentrationszonen für den Bau von Windenergieanlagen ausweisen. Drei Flächen sind vorgeschlagen.

Letztendlich hat sich der Alpener Rat einstimmig dafür ausgesprochen, den Weg für die Ausweisung neuer Konzentrationszonen für Windenergieanlagen ein kleines Stück weiter freizumachen. So wird nun die Öffentlichkeit am weiteren Verfahren beteiligt; unter anderem dadurch, dass die von Behörden, Verbänden und anderen Betroffenen eingebrachten Anregungen abgewogen werden.

Es geht darum, dass die Bezirksregierung Düsseldorf vorschreibt, dass die Kommunen in jedem neuen Flächennutzungsplan dem Thema Windenergie genügend Raum einräumen. „Wir haben lange gedacht, wir können das dann im nächsten Flächennutzungsplan entsprechend korrigieren“, führte Bürgermeister Thomas Ahls in der Sitzung aus, die im Pädagogischen Zentrum der Sekundarschule stattfand. Aber: Die Gemeinde muss Konzentrationszonen festschreiben und will das auch. Ahls: „Ich sage ganz klar: Ich möchte Windenergie und ich möchte die Energiewende.“

Mit Veen-West (Richtung Sonsbeck), Bönninghardt und Winnenthal (Reekwall) sind drei Gebiete benannt. „Winnenthal stand im Fokus“, sagte Ahls. „Aber der Seeadler hat uns in die Suppe gespuckt.“ Zwar geht eine artenschutzrechtliche Untersuchung (Kosten: 80.000 Euro) davon aus, dass der Seeadler von der Bislicher Insel aus nicht bis zu Windanlagen am Reekwall fliegen würde. Ob das aber rechtlich gesichert ist, vermag momentan niemand zu sagen. Hinzu kommt, dass die drei bestehenden Anlagen an der Dickstraße in Veen in einem Wasserschutzgebiet stehen. Und: Weil Alpen als waldarm gilt, hätte die Gemeinde die Fläche in Bönninghardt auf einer Lichtung gerne zur Tabuzone gemacht.

Für Günter Helbig (CDU) war klar: „Wir kommen nicht umhin, Konzentrationszonen auszuweisen. Wir müssen was tun. Was wir aber nicht wollen, ist ein drohender Wildwuchs wie vor 20 Jahren, als Anträge für 60 Anlagen vorlagen.“ Jörg Banemann (SPD) meinte, irgendwie sei man nicht viel weiter als vor 20 Jahren: „Wir wissen nicht so richtig: Ist das jetzt rechtssicher? Oder nicht? Die SPD wird dem weiteren Verfahren jedenfalls nicht im Weg stehen.“

Für Peter Nienhaus (Grüne) stand fest, „dass wir die Energiewende nicht allein mit Offshore-Anlagen hinbekommen. Dazu brauchen wir dezentrale Anlagen“. Die Grünen möchten auf jeden Fall die Öffentlichkeit einbeziehen, um die größtmögliche Akzeptanz zu bekommen.

Thomas Hommen (FDP) verwies darauf, dass „niemand grundsätzlich den Nutzen von Windenergie infrage stellt. Aber wir müssen auf jeden Fall die Bürger stark mit einbeziehen. Wir müssen Lehren aus der Problematik ,Auskiesung in Drüpt’ ziehen.“

eingestellt von Thomas Hommen

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